Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland im Zeitraum der letzten 20 Jahren

Insolvenzverwaltung

Die Abwicklung eines Insolvenzverfahrens ist der Insolvenzordnung (InsO) von 1999 geregelt. Das Gesetz hat inzwischen eine Vielzahl von Änderungen (z.B. MoMiG, ESUG) erfahren.

Eines der Hauptziele des Insolvenzverfahrens ist die Sanierung und Restrukturierung von Unternehmen und damit die Rettung einer Vielzahl von Arbeitsplätzen. Die Sanierung kann im Wege der Eigensanierung (Insolvenzplan) oder durch übertragende Sanierung (Verkauf der Vermögensgegenstände an eine Auffanggesellschaft durch Asset Deal) erfolgen. Ein gutes Produkt (Know How), motivierte Mitarbeiter und ein guter Kundenstamm sind beste Voraussetzungen für eine Sanierung. Durch eine erfolgreiche Sanierung kann die Zerschlagung des Unternehmens und damit eine Wertevernichtung sondergleichen verhindert werden.

Der Grundstein für eine erfolgreiche Sanierung wird bereits im vorläufigen Insolvenzverfahren gelegt. Aufgrund der Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes durch die Bundesagentur für Arbeit für max. drei Monate, wird die Zeit gewonnen, die benötigt wird, um ein Sanierungskonzept zu erarbeiten und Fortführungs- und Auffanglösungen zu finden.

Seit 2012 sieht die InsO ein vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren bzw. Schutzschirmverfahren vor.

RA Michael J. W. Blank wird seit über 25 Jahren regelmäßig zum Insolvenzverwalter, Sachwalter und Treuhänder bestellt.

 

  • Sachverständigengutachten

    Nach einer Insolvenzantragstellung bestellt das Gericht häufig einen Gutachter. Denn das Insolvenzgericht ist zur Aufklärung von Amts wegen verpflichtet. Eines der zugelassenen Beweismittel ist die Bestellung eines Sachverständigen, der mit einem so genannten Massegutachten beauftragt wird. Oftmals ist der Sachverständige gleichzeitig die Person, die von Insolvenzgericht auch zur Sicherung der Insolvenzmasse vor weiteren Zugriffen des Schuldners und der Gläubiger als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt werden wird.

  • Betriebsfortführung

    Wird das schuldnerische Unternehmen zum Zeitpunkt des Berichtstermins noch fortgeführt, so liegt die vordringlichste und für die Verwertung der Insolvenzmasse wichtigste Entscheidung im Beschluss der Gläubigerversammlung über den Zeitpunkt der Stilllegung oder eine vorläufige Fortführung des schuldnerischen Unternehmens. Eine Betriebsfortführung kommt nur bei der positiven Aussicht zum weiteren Verlauf in Betracht: Diese sichert jedoch zugleich Arbeitsplätze, Kapital und trägt zu einer hohen Befriedigungsquote der Gläubiger bei.

  • Unternehmensinsolvenzverfahren

    Darunter fallen Einzelfirmen aller Art, sowie Kapitalgesellschaften (z.B. GmbH, AG), Personengesellschaften (z.B. BGB-Gesellschaft, oHG, KG) und Mischformen (z.B. GmbH & Co. KG). Abweichend zur Verwertung des Unternehmens im Regelinsolvenzverfahren kann zur Sanierung ein Insolvenzplan oder die Eigenverwaltung durch den Schuldner beschlossen werden. 

  • Vorläufige Insolvenzverwaltung

    Das Insolvenzgericht kann zur Sicherung der Insolvenzmasse einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellen. Dazu erhält er in einem Sicherungsbeschluss die notwendigen Befugnisse, um ein Abfließen der Insolvenzmasse bis zur gerichtlichen Entscheidung über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu verhindern. Die Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung ist meist mit der Bestellung als Sachverständiger in einem Aufklärungsbeschluss verbunden. Das hier zu erstattende "Massegutachten" dient als Entscheidungsgrundlage für das Insolvenzgericht, ob die für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens notwendige Deckung der Verfahrenskosten vorliegt oder geschaffen werden kann. Gleichzeitig wird zwischen „starken“ und „schwachen“ Insolvenzverwalter unterschieden — wobei im Saarland grundsätzlich ein „starker Insolvenzverwalter“ eingesetzt wird (s. hierzu auch Blank, ZinsO 2011, 343,….).